Geschichten aus dem Tierheimalltag: Ausgesetzt!

Geschichten aus dem Tierheimalltag: Ausgesetzt!

Als am gestrigen morgen um kurz nach sieben Uhr die erste Mitarbeiterin des Troisdorfer Tierheimes ihren Dienst beginnen wollte, fand sie ein eher ungewöhnliches Behältnis vor dem Eingang zum Heimgelände. Es handelte sich um eine alte Schublade einer Kommode.

Der Boden fehlte, es war Kaninchendraht darum gewickelt, zusammen mit einem Netz. Ein blauer Plastiksack diente darauf als Boden. Zugeschnürt war das ganze mit einem alten Stromkabel. Ein wenig Heu war in dem oben offenen Provisorium zu sehen, und darin drängten sich, dicht an dicht, Meerschweinchen, zwei große und fünf kleine.

Herzlos ausgesetzt, nicht mal einen Karton wert waren die kleinen Fellmonster einfach vor die Tür gestellt, in kalter, regenschwerer Nacht, ohne Futter, ohne Wasser.

Inzwischen sind sie gut im Kleintierbereich untergebracht und auch die medizinische Versorgung ist gewährleistet.

Geschichten aus dem Tierheimalltag: Ausgesetzt!

Doch leider ist so ein Fall keine Seltenheit! Dabei ist es so einfach, Tiere, die man aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr halten kann, im Tierheim abzugeben.

Sollte nicht jedem Tierhalter, der diese Entscheidung treffen muss, sein Schützling diesen Weg wert sein?

Aus Verantwortungsgefühl diesem Geschöpf gegenüber ihm wenigstens so die Chance geben, ein neues Zuhause zu finden?

Die Vergangenheit zeigt jedoch leider, dass Tiere für viele Menschen immer noch Gegenstände sind, derer man sich lieber wie Sperrmüll entledigt, als die „Mühe“ in Kauf zu nehmen, sie in einem Tierheim abzugeben. Denn es könnten ja unangenehme Fragen gestellt werden …


Letzte Änderung: 04.01.2018 | | |
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